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#3 / Robert Wyatt

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#8 / RANDALL POSTER

#8 / RANDALL POSTER

Wie soll man sich ein Treffen zwischen Randall Poster und Wes Anderson vorstellen? Beide haben jeweils einen ausgeprägten Sinn für Stil. Also sitzen sie womöglich auf Art Déco-Möbeln, schlurfen indischen Tee aus feinen Porzellantassen und reden über Musik, während sie den Soundtrack eines neuen Films besprechen. Randall Posters Week–End-Mixtape beginnt jedenfalls mit einer Aufzählung einiger Filme, für deren musikalische Untermalung er bislang als Music Supervisor in Hollywood gesorgt hat – darunter sämtliche Werke seines texanischen Kumpels. Aber auch für die Verfilmung des Romans »Jesus` Son« des kürzlich verstorbenen Denis Johnson stellte er Songs zusammen, und mit Johnsons Würdigung in seinen einleitenden Worten bestätigt Randall Poster eine alte Gewissheit: Ein Mixtape ist gut, wenn echtes Herzblut darin steckt. So begleiten wir Randall Poster auf Stationen seines Lebens, angefangen bei seiner ersten Single, dem Song »Laughing« von The Guess Who, über Van Morrisons »Saint Dominic`s Preview« und weitere Juwelen aus der Schatztruhe der Sixties und Seventies, jener ruhelosen Truhe, die beim Öffnen immer so schön twingt und twangt und nach echtem Blues, Soul und Rock’n’Roll duftet – bis zum Showdown. Die Stones, Bobby Womack und Rod Stewart dürfen auf diesem wundervollen Tape nicht fehlen, das schließlich etwas überraschend bei Michael Hutchence und Future feat. Lil Wayne ankommt. Aber hey, was wären das Leben oder ein Biopic und dessen Soundtrack ohne unvorhersehbare Wendungen? Beim Hören seiner Stimme und all der schönen Musik sieht man Randall Poster bald vor sich sitzen – und er sieht so aus, als wäre er selbst eine Figur aus Wes Andersons ganz eigenem Universum.


#7 / ROBERT FORSTER

#7 / ROBERT FORSTER

Auf seinem Mixtape zeichnet Robert Forster, Gründer der Go-Betweens, Songwriter und Freund des Week-End Fest, gewohnt stilvoll und geschmackssicher seine musikalischen Lehrjahre nach: Von den Mittelwelle-Frequenzen eines australischen Radiosenders, die die Stimmen von Dean Martin und Ricky Nelson ins elterliche Haus in Brisbane brachten, über den kalifornischen Sound der Byrds und des The Mamas & The Papas-Songwriters John Phillips, frühe Erweckungserlebnisse durch die Lieder von Bob Dylan und Roxy Music, einen lebensverändernden Post-Punk-Track von Magazine, bis in ein Tonstudio im schottischen Edinburgh, wo Forster Zeuge wurde, wie seine Postcard-Label-Kollegen Orange Juice 1980 eine der größten Singles der britischen Popgeschichte aufnahmen: „Blue Boy“. Dieses Mixtape könnte der erste Teil des Soundtracks seiner Erinnerungen „Grant & I“ sein, die er am 10. November im King Georg vorstellt.


#6 / MARIE DAVIDSON

#6 / MARIE DAVIDSON

Marie Davidson kommt einem ein bisschen wie Forrest Gump vor, jener Charakter aus dem Buch von Winston Groom, der an so vielen Schlüsselstellen der Geschichte auftaucht. Immer ist sie zufällig am richtigen Ort – und dabei nie verbissen, sondern mit einer Leichtigkeit ausgestattet, die ihres gleichen sucht. So veröffentlichte sie mit ihrer Band DKMD auf Giallo Disco Records, mit den Les Momies de Palerme auf Constellation Records, mit Essaie Pas auf DFA Records und solo schließlich neuerdings auf Citi Trax, dem an Minimal Wave Records angegliederten Zweitlabel von Veronica Vasicka. Eine schönere Diskografie kann sich keine Hipster_in erträumen.
Die Songs dieses Podcasts, den Marie Davidson exklusiv für das Week-End aufgenommen hat, sind allesamt Liebeslieder, und nicht wenige von ihnen im traurigsten Sinne des Genres. Das kommt nicht von irgendwoher, die Franko-Kanadierin aus Montreal pflegt ein zärtliches Verhältnis zur Melancholie. Nicht dass sie sich gerne ihr hingeben würde, aber letztlich ist sie eben ein notwendiges Übel im künstlerischen Prozess  – ein Song wie “Dedicated my Life” vom aktuellen Album “Adieux Au Dancefloor” wäre jedenfalls unmöglich ohne das gefühlte Wissen um die Abgründe, die das Leben an sich und die Existenz als Künstlerin bereit hält. Oder anders und wiederum mit zwei aktuellen Songtiteln von Marie ausgedrückt: “Inferno” und “Good vibes” müssen sich eben nicht ausschließen.
Lauschen wir also den Songs, die Marie Davidson inspirieren.


#5 / LAWRENCE

#5 / LAWRENCE

Lawrence ist eine der mysteriösesten Figuren der Indieszene. Als Sänger und Songwriter der Band Felt veröffentlichte er in den 80ern atemberaubend gute Indiepop-Platten, ohne die Bands wie Belle & Sebastian gar nicht gewusst hätten, auf welcher Grundlage sie ihre Ästhetik aufbauen sollten. Als die Erwartungen an Felt zu hoch wurden, wählte Lawrence die Weltflucht: Seine Band Denim ist eine bittere Rock'n'Roll-Satire, das aktuelle Projekt Go-Kart Mozart überrascht mit ungewöhnlichen Ideen und Coverversionen von Roger Whittaker. Was wiederum zeigt: Lawrence besitzt ein unglaubliches Know-how über seltsame Spielarten der britischen Popmusik. Viele der Songs dieses Podcasts, den Lawrence exklusiv für das Week-End aufgenommen hat, sind nur Kennern bekannt – doch legen sie das Fundament offen, auf dem Indie- und Britpop erst entstehen konnten. Eine ungewöhnliche Geschichtsstunde, gegeben von einer Indie-Ikone, der nur selten redet, dafür aber sehr routiniert moderiert.


#4 / AARON M. OLSON

#4 / AARON M. OLSON

Hi, I'm Aaron M. Olson and I'm very pleased to be participating in this series of mixtapes for this amazing festival! About myself: I am the principal songwriter of the band L.A. Takedown, a composer of music for film, video, and experimental performance, a touring and session musician (toured/recorded with Chris Cohen, Cryptacize, Papercuts, Nedelle Torrisi, SK Kakraba Lobi, Tara Jane O'Neil, Bouquet, and others), the bass player in and founding member of Los Angeles' most Grateful Dead cover band, Dick Pics. My mixtape is a little DJ set I threw together of stuff I've been into lately; No theme or common thread... And a little a bit of talking from yours truly. I hope you enjoy the tunes!


Aaron M. Olson, December 2016


#3 / ROBERT WYATT

#3 / ROBERT WYATT

Viele Künstler reden nicht gerne über ihre Kunst. Schließlich soll sie für sich selbst sprechen und jeden ganz individuell berühren. Manchmal braucht es einen kleinen Umweg, damit sie sich öffnen: Indem sie etwa über andere Künstler reden, die ihnen viel bedeuten. Ein wunderbares Beispiel ist der Podcast, den Robert Wyatt extra für das Week-End-Festival gemacht hat. Indem er über seine 'most personal recorded souvernirs' redet (und sie spielt), gibt er einen persönlicheren Einblick in seine Welt, als in vielen Interviews über sein eigenes Werk. Wir erfahren, von wem er seinen 'singing not-singing'-Stil hat, was man vom Sänger Berthold Brecht lernen kann und welcher R’n’B-Song 1964 eine wichtige Rolle dabei spielte, dass er Profimusiker wurde.


#2 / NICHOLAS KRGOVICH

#2 / NICHOLAS KRGOVICH

Come one, come all and listen to me, Nicholas Krgovich, as I play a scattershot collection of songs and talk at length about whatever springs to mind.  There's nothing quite like speaking into a microphone, alone in a room, addressing no one in particular.  Did I expect to sound like Ryan Seacrest when I hit playback? Who are these unsolicited thoughts for? Me? You? The bird in the tree?

All I know is I enjoyed making this thing and dropping hits by perennial favourites like The Red Crayola, Tweet and Frank Sinatra.  One day I will make a more curated and illuminating playlist but for now it's just a free associative liberal arts college open mic nite and it's raining outside. Get in!


Nicholas Krgovich, October 2016


#1 / CHRIS A. CUMMINGS

#1 / CHRIS A. CUMMINGS

For all the fans, lovers, rockers, skaters, rollers - I made you this mix spanning the years that included Disco, Post-Disco, Modern Soul, Boogie, and the greatest Slow Jams. A lot of my recent favorites are included, and the many faces of R&B during this period are represented, from the scratchy, muffled production of the ultra-rare Diddys featuring Paige Douglas title track, to the glassy tones of Jam & Lewis. Take an intoxicating tour with me, as the late seventies give way to the gateway year 1980, through to the synthed-out, smoothed-out sounds of the mid-eighties.


Chris A. Cummings, September 2016