Mixtape

#12 THE PASTELS

Auch wenn The Pastels vor allem mit dem schluffigen Gitarrenpop der C86er-Generation assoziiert werden, gegründet wurden sie schon fünf Jahre früher in Glasgow - zu Zeiten als noch der rhythmusbetontere Postpunk-Sound angesagt war. Dass sie die Vorliebe dieser Generation für schwarze Musik teilen, beweisen Stephen McRobbie und Katrina Mitchell mit ihrem Mixtape für das WEEK-END: Rocksteady von The Wailers, Soul von Bettye Swann und Funk von Sly Stone & The Family Stone wechseln sich ab mit Vorläufern ihres eigenen Sounds: Moe Tuckers charmant-rumpelnde Soloaufnahmen und der Lo-Fi-Pop der Television Personalities - auf deren Label Whaam! The Pastels ihre erste Single veröffentlichten. Nicht fehlen dürfen natürlich auch die geistesverwandten Japaner von Maher Shalal Hash Baz, die wiederum auf Geographic, dem Label der Pastels, erstmals in Europa heraus gebracht wurden.

#11 REVERBERATION RADIO

Ob Thurston Moore, Henry Rollins oder Questlove – viele Musiker sind selber Fans und manische Sammler. Die wenigsten teilen ihre musikalischen Entdeckungen aber so regelmäßig und großzügig mit der Öffentlichkeit wie die Allah-Lahs aus L.A. – kein Wunder gleich drei der Gründungsmitglieder arbeiteten früher zusammen bei der legendären Plattenladenkette Amoeba Music. Unter dem Namen Reverberation Radio stellen die Allah-Las und Freunde wöchentlich einen liebevoll ausgewählten Mix ins Netz, der den entspannten kalifornischen Sixties-Vibe ihrer Musik fortspinnt – über 300 solcher Compilations sind schon erschienen. Für das Week-End Fest haben sie jetzt einen Mix zusammengestellt, in der Festivalkünstler wie Slapp Happy, Shintaro Sakamoto und Lawrence von Felt auf Geistesverwandte wie Sebastien Tellier, Masayuoshi Takanaka und den Krautrock von Ashra (aka Manuel Göttsching) treffen.

#10 TIM BERNARDES

Kein anderes Land der Welt – mit Ausnahme vielleicht der USA - hat so eine hochentwickelte populäre Musikkultur wie Brasilien. Eingängigkeit und musikalische Komplexität gehen hier aufs Schönste Hand in Hand. Ein aktuelles Beispiel sind O Terno aus der 12-Millionen-Metropole São Paulo, die mit „Melhor Do Que Parece“ eines der verspieltesten und virtuosesten Psychedelic-Pop-Alben der letzten Jahre veröffentlicht haben. Beim Week-End#7 spielen O Terno ihre erste Show in Europa. Zum Aufwärmen hat Sänger- und Songschreiber Tim Bernardes schon einmal ein Mixtape mit seinen liebsten Songs aus seinem Heimatland zusammengestellt. Die Reise geht von den 60er Jahren bis heute. Mit dabei sind Superstars wie Gilberto Gil und Caetano Veloso, aber auch unbekanntere Interpreten wie Jorge Mautner, Taiguara und Bernardes Vater Maurício Pereira.

#9 SHINTARO SAKAMOTO

Unbekanntes Japan. Während mittlerweile jeder Musikliebhaber aus dem Westen die Meister des nigerianischen Afrobeat oder der brasilianischen Tropicalia-Bewegung in seinem Plattenschrank versammelt, ist Japan weiterhin ein weitgehend weißer Flecken auf der Landkarte selbst abenteuerlustiger Popmusikauskenner. Im neunten Mixtape des WEEK-END-Fest gibt Shintaro Sakamoto einen kleinen Einblick in die weite Welt japanischer Popkultur der späten 60er und der 70er Jahre. Der ehemalige Sänger und Gitarrist der erfolgreichen Psychedelic-Rockband Yura Yura Teikoku und heutige Solokünstler zeigt sich dabei in seinem Geschmack so eklektisch wie seine Musik: zehn Lieblingssongs aus fast so vielen Genres. Blues, Folk, Pop, Surf- oder Garagenrock – es gibt kein Popmusik-Genre in dem Japan nicht auf der Höhe der Zeit war.

#8 RANDALL POSTER

Das WEEK–END-Mixtape von Randall Poster beginnt jedenfalls mit einer Aufzählung einiger Filme, für deren musikalische Untermalung er bislang als Music Supervisor in Hollywood gesorgt hat – darunter sämtliche Werke seines texanischen Kumpels. Aber auch für die Verfilmung des Romans »Jesus` Son« des kürzlich verstorbenen Denis Johnson stellte er Songs zusammen, und mit Johnsons Würdigung in seinen einleitenden Worten bestätigt Randall Poster eine alte Gewissheit: Ein Mixtape ist gut, wenn echtes Herzblut darin steckt. So begleiten wir Poster auf Stationen seines Lebens, angefangen bei seiner ersten Single von The Guess Who, über Van Morrison und weitere Juwelen aus der Schatztruhe der Sixties und Seventies, jener ruhelosen Truhe, die beim Öffnen immer so schön twingt und twangt und nach echtem Blues, Soul und Rock’n’Roll duftet – bis zum Showdown. Die Stones, Bobby Womack und Rod Stewart dürfen auf diesem wundervollen Tape nicht fehlen. Beim Hören seiner Stimme und all der schönen Musik sieht man Randall Poster bald vor sich sitzen – und er sieht so aus, als wäre er selbst eine Figur aus Wes Andersons ganz eigenem Universum.

#7 ROBERT FORSTER

Auf seinem Mixtape zeichnet Robert Forster, Gründer der Go-Betweens, Songwriter und Freund des Week-End Fest, gewohnt stilvoll und geschmackssicher seine musikalischen Lehrjahre nach: Von den Mittelwelle-Frequenzen eines australischen Radiosenders, die die Stimmen von Dean Martin und Ricky Nelson ins elterliche Haus in Brisbane brachten, über den kalifornischen Sound der Byrds und des The Mamas & The Papas-Songwriters John Phillips, frühe Erweckungserlebnisse durch die Lieder von Bob Dylan und Roxy Music, einen lebensverändernden Post-Punk-Track von Magazine, bis in ein Tonstudio im schottischen Edinburgh, wo Forster Zeuge wurde, wie seine Postcard-Label-Kollegen Orange Juice 1980 eine der größten Singles der britischen Popgeschichte aufnahmen: „Blue Boy“. Dieses Mixtape könnte der erste Teil des Soundtracks seiner Erinnerungen „Grant & I“ sein, die er am 10. November im King Georg vorstellt.

#6 MARIE DAVIDSON

Marie Davidson kommt einem ein bisschen wie Forrest Gump vor, jener Charakter aus dem Buch von Winston Groom, der an so vielen Schlüsselstellen der Geschichte auftaucht. Immer ist sie zufällig am richtigen Ort – und dabei nie verbissen, sondern mit einer Leichtigkeit ausgestattet, die ihres gleichen sucht. So veröffentlichte sie mit ihrer Band DKMD auf Giallo Disco Records, mit den Les Momies de Palerme auf Constellation Records, mit Essaie Pas auf DFA Records und solo schließlich neuerdings auf Citi Trax, dem an Minimal Wave Records angegliederten Zweitlabel von Veronica Vasicka. Eine schönere Diskografie kann sich keine Hipster_in erträumen.Die Songs dieses Podcasts, den Marie Davidson exklusiv für das WEEK-end aufgenommen hat, sind allesamt Liebeslieder, und nicht wenige von ihnen im traurigsten Sinne des Genres. Das kommt nicht von irgendwoher, die Franko-Kanadierin aus Montreal pflegt ein zärtliches Verhältnis zur Melancholie.

#5 LAWRENCE

Lawrence ist eine der mysteriösesten Figuren der Indieszene. Als Sänger und Songwriter der Band Felt veröffentlichte er in den 80ern atemberaubend gute Indiepop-Platten, ohne die Bands wie Belle & Sebastian gar nicht gewusst hätten, auf welcher Grundlage sie ihre Ästhetik aufbauen sollten. Als die Erwartungen an Felt zu hoch wurden, wählte Lawrence die Weltflucht: Seine Band Denim ist eine bittere Rock'n'Roll-Satire, das aktuelle Projekt Go-Kart Mozart überrascht mit ungewöhnlichen Ideen und Coverversionen von Roger Whittaker. Was wiederum zeigt: Lawrence besitzt ein unglaubliches Know-how über seltsame Spielarten der britischen Popmusik. Viele der Songs dieses Podcasts, den Lawrence exklusiv für das Week-End aufgenommen hat, sind nur Kennern bekannt – doch legen sie das Fundament offen, auf dem Indie- und Britpop erst entstehen konnten. Eine ungewöhnliche Geschichtsstunde, gegeben von einer Indie-Ikone, der nur selten redet, dafür aber sehr routiniert moderiert.

#4 L.A. TAKEDOWN

Hi, I'm Aaron M. Olson and I'm very pleased to be participating in this series of mixtapes for this amazing festival! About myself: I am the principal songwriter of the band L.A. Takedown, a composer of music for film, video, and experimental performance, a touring and session musician (toured/recorded with Chris Cohen, Cryptacize, Papercuts, Nedelle Torrisi, SK Kakraba Lobi, Tara Jane O'Neil, Bouquet, and others), the bass player in and founding member of Los Angeles' most Grateful Dead cover band, Dick Pics. My mixtape is a little DJ set I threw together of stuff I've been into lately; No theme or common thread... And a little a bit of talking from yours truly. I hope you enjoy the tunes!

Aaron M. Olson, December 2016

#3 ROBERT WYATT

Viele Künstler reden nicht gerne über ihre Kunst. Schließlich soll sie für sich selbst sprechen und jeden ganz individuell berühren. Manchmal braucht es einen kleinen Umweg, damit sie sich öffnen: Indem sie etwa über andere Künstler reden, die ihnen viel bedeuten. Ein wunderbares Beispiel ist der Podcast, den Robert Wyatt extra für das Week-End-Festival gemacht hat. Indem er über seine 'most personal recorded souvernirs' redet (und sie spielt), gibt er einen persönlicheren Einblick in seine Welt, als in vielen Interviews über sein eigenes Werk. Wir erfahren, von wem er seinen 'singing not-singing'-Stil hat, was man vom Sänger Berthold Brecht lernen kann und welcher R’n’B-Song 1964 eine wichtige Rolle dabei spielte, dass er Profimusiker wurde.

#2 NICHOLAS KRGOVICH

Come one, come all and listen to me, Nicholas Krgovich, as I play a scattershot collection of songs and talk at length about whatever springs to mind. There's nothing quite like speaking into a microphone, alone in a room, addressing no one in particular. Did I expect to sound like Ryan Seacrest when I hit playback? Who are these unsolicited thoughts for? Me? You? The bird in the tree?

All I know is I enjoyed making this thing and dropping hits by perennial favourites like The Red Crayola, Tweet and Frank Sinatra. One day I will make a more curated and illuminating playlist but for now it's just a free associative liberal arts college open mic nite and it's raining outside. Get in!

Nicholas Krgovich, October 2016

#1 CHRIS A. CUMMINGS

For all the fans, lovers, rockers, skaters, rollers - I made you this mix spanning the years that included Disco, Post-Disco, Modern Soul, Boogie, and the greatest Slow Jams. A lot of my recent favorites are included, and the many faces of R&B during this period are represented, from the scratchy, muffled production of the ultra-rare Diddys featuring Paige Douglas title track, to the glassy tones of Jam & Lewis. Take an intoxicating tour with me, as the late seventies give way to the gateway year 1980, through to the synthed-out, smoothed-out sounds of the mid-eighties.

Chris A. Cummings, September 2016